20 Jahre Magicgoalgetter
Eine Party - Ein Erfolg

Magicgoalgetter
Ein Team auf Reisen

Weidenfellers Handschuhe gehen nach Dülmen
„Brauchen einen guten Pfosten“
DülmenKlaus und Karla Uhlending, aber auch etliche weitere Mitglieder der Magic Goalgetter, dem BVB-Fanclub aus Dülmen, fahren zum Champions-League-Finale nach London. Nicht alle Kartennachfragen konnten bedient werden.Von Jürgen Primus

Das Telefon von Klaus Uhlending stand in den letzten Tagen nicht mehr still. Der Dülmener ist Mitbegründer der Magic Goalgetter, dem BVB-Fanclub aus Dülmen. Und nach dem Erreichen des Champions-League-Finales der Schwarz-Gelben war die Nachfrage nach Karten groß.
„Ich bin nachher gar nicht mehr rangegangen, wenn ich die Nummer nicht kannte. Das war einfach nur noch nervig.“
Eigentlich wollten die Fans aus Dülmen einen Bus chartern, um Borussia Dortmund am Samstag, 1. Juni, im Champions-League-Endspiel im Londoner Wembley-Stadion gegen Real Madrid zu unterstützen. „Aber das war wohl zu kurzfristig. Alle Busse waren schon vergeben.“ So sei kein Gefährt mehr aufzutreiben gewesen.
Auch bei dem benachbarten Fanclub aus Coesfeld könne man nicht mitfahren, „weil da auch 20 bis 25 Personen dabei sind, die überhaupt keine Karte für das Stadion haben.“
Jetzt fahren einige Mitglieder des Fan-Clubs im Bulli, wo neun Personen Platz finden. „Andere fahren mit Privat-Pkw oder fliegen.“ Wie viele Karten die Magic Goalgetter genau bekommen haben, wollte Uhlending nicht sagen. „Es sind auf jeden Fall zu wenige.“
Magic Goalgetter vermissen Stadionbesuche
Dülmen. 167 Mitglieder hat der BVB-Fanclub Magic Goalgetter derzeit. Karla, Klaus und Tim Uhlending aus dem Vorstand vermissen besonders die Stadionbesuche derzeit. Der letzte gemeinsame Besuch ist mehr als ein Jahr schon her.

Karla, Klaus und Sohn Tim Uhlending und andere Mitstreiter des Dülmener BVB-Fanclubs „Magic Goalgetter“ fahren sonst tausende Kilometer im Jahr, um ihre Borussia bei allen Spielen in der Bundesliga, der Champions League oder im Pokal zu unterstützen. Die treuen Dortmund-Anhänger in schwarz und gelb sind aufgrund der Pandemie seit mehr als einem Jahr aber zum Fernsehschauen verdammt. „Das ist natürlich alles doof“, sagt Karla Uhlending, die als Kassiererin in dem Dülmener Fanclub aktiv mithilft.
Bei ihr und den anderen Fanclub-Mitgliedern komme keine richtige Stimmung mehr auf. „Die Spiele ohne Zuschauer sind wie Freundschaftsspiele in der Vorbereitung“, vermisst Klaus Uhlending die Stimmung in den Stadien und ist sich sicher: „Das merken auch die Spieler. Die geben nicht alles in dieser Phase“ Seine Frau Karla ergänzt: „Die spielen nur so gut, wie sie müssen. Die können das doch viel besser.“
Auch wenn Klaus Uhlending den Reviernachbarn aus Gelsenkirchen nicht mag, ist er sich sicher: „Wenn die Fans im Stadion wären, stünden die Blauen nicht da, wo sie jetzt stehen.“ Nämlich am Tabellenende.
Fünf Busse nach Berlin
Die Fans sind heute beim Pokalfinale der zwölfte Mann.

Dülmen. Ginge es um die organisatorische Meisterleistung, dann hätten sich die Mitglieder des Dülmener BvB-Fanclubs Magic Goalgetter allein schon deshalb einen Pokal verdient: Neben den 102 Dülmenern fahren auch 166 weitere Anhänger von Borussia Dortmund in fünf Bussen in der von den Dülmener organisierten Tour heute nach Berlin, um ihre Mannschaft im Finale des DFB-Pokals zu unterstützten. Und die Stimmung ist positiv: "Wir gewinnen mit 2:1 und wenn es nach der regulären Spielzeit und Verlängerung Remis steht, dann eben nach Verlängerung", so Klaus und Karla Uhlending vom Vorstand der Magic Goalgetter. "Irgendeinen Titel müssen wir ja gewinnen. Sicher hatten wir bisher etwas Glück bei der Pokalauslosung und mussten nur einmal auswärts in Magdeburg ran. Aber jetzt gibt es mit Unterstützung den positiven Abschluss der Saison und zum Glück sind wir ja auch in der nächsten Serie schon international vertreten." Ursprünglich wollten sich die Dülmener nur mit drei Bussen auf den Weg zum Olympia-Stadion machen, da aber sämtliche Zugfahrten ausgebucht waren, kamen von der Borussia weitere Anfragen, sodass jetzt fünf Busse eingesetzt werden. Und die Einnahmen aus dem Verkauf von Getränken fließen nicht etwa in die eigenen Tasche, sondern werden für das BvB-Museumsprojekt Borusseum gespendet. Für die Magic Goalgetter bedeutet das auch zusätzlichen Aufwand, denn in jedem Bus müssen zwei Begleiter als Aufsicht mitfahren. Außerdem muss in Sachen Logistik erhöhter Aufwand betrieben werden.
Mit auf Pokaltour ist auch Mareike Jacobs, deren Coesfelder BvB-Fanclub keinen eigenen Bus einsetzt. "Wir fahren nur zu allen Heimspielen und zu einigen Auswärtsbegenungen. Ich fahre nach Berlin, weil ich mir trotz der letzten Niederlagen noch einiges ausrechne."
Für Dirk Plückebaum, zweiter Vorsitzender der Magic Goalgetter, ist die Ausgangslage nicht ganz so eindeutig, "und da war die Stimmung vor zwei Wochen eindeutig besser. Nach den letzten Spielen dürfte es schon sehr schwer werden, aber mit ein wenig Glück können wir das schon noch schaffen. Da in den letzten Tagen auch die Trainerdiskussion aufgekommen ist, muss ich sagen, dass Thomas Doll mit Sicherheit nicht der richtige Mann ist. Ich weiß nicht, was er im Training macht, vielleicht wird da Skat oder Bowling gespielt."
Magic Goalgetter bereiten sich auf das Pokalfinale vor
"Karten? Viel zu wenige"

Dülmen. Wenn am kommenden Wochenende in Berlin das Deutsche Pokalfinale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund steigt, ist Klaus Uhlending, Vorsitzender des BvB-Fanclubs Magic Goalgetter vor Ort dabei. Über die Vorbereitung für das letzte Saisonspiel, die Kartenwünsche und die Aussicht unterhielt sich DZ-Sportredakteur Jürgen Primus mit dem Dülmener.
BVB-Fanclub aus Dülmen fährt zum Endspiel nach London
Dülmen Sie gehören zu den wenigen glücklichen BVB-Fans: Mitglieder des Dülmener Fanclubs Magic Goalgetter freuen sich auf Wembley. Doch die Reise durch Europa war ein kostspieliger Spaß. Patrick Hülsheger

Der Andrang und das Interesse waren riesig. Bei den beiden Finalisten der Champions League gingen über 500 000 Kartenbestellungen ein. Doch für das Spiel der Spiele bekamen Borussia Dortmund und Bayern München nur rund 24 000 der begehrten Eintrittskarten. Beide Vereine mussten die Tickets unter den Fans verlosen.
Dülmener Fanclub hatte Erfolg
„Für solche Spiele gibt es immer zu wenig Karten“, sagt Klaus Uhlending vom BVB-Fanclub „Magic Goalgetter“. Als Besitzer einer Auswärtsdauerkarte, mit der er für jedes Gastspiel der Dortmunder eine Karte sicher hat, brauchte er sich wenig Sorgen machen. Bei der Verlosung hatte der Dülmener Fanclub auch Erfolg. „Aber bei uns im Bus werden auch einige Leute ohne Karte sitzen“, sagt Uhlending.
Bis zu 390 Euro kosteten die Eintrittskarten für das Wembley-Stadion in London. Mit rund 75 Euro in der Kategorie vier haben die BVB-Fans die günstigste Variante bekommen. Dabei ist der Preis für das größte Spiel im europäischen Vereinsfußball im Vergleich zu mancher Bundesligapartie günstig. „Für die Karten in Leverkusen und Hamburg haben wir mehr bezahlt“, berichtet Uhlending.
Reise durch halb Europa
Die erfolgreiche Saison in der Champions League hat den BVB-Fanclub durch halb Europa geführt. Per Bus oder Flugzeug ging es nach England, Spanien und in die Ukraine. Ein Fan, der alle Heim- und Auswärtsspiele besucht hat, musste einen vierstelligen Betrag für Anreise, Karten und Verpflegung aufbringen. Die Preisunterschiede sind riesig. Für den Zugang zum Gästeblock in Donezk waren keine zehn Euro fällig, mancher Fünftligist in Deutschland nimmt mehr Eintritt. In Madrid wurde der Unterschied zwischen Vorrunde und Halbfinale deutlich. Für das Gruppenspiel im Bernabéu-Stadion verlangte Real Madrid 45 Euro. „Im Halbfinale haben wir dann für die gleichen Plätze 82 Euro bezahlt“, sagt Uhlending.
Viele Fans suchen im Internet nach Karten, die dort zu horrenden Preisen angeboten werden. Für die Dülmener BVB-Fans ist es unvorstellbar, mit dem Weiterverkauf ihrer Karten die Kasse aufzufüllen. „Wer von uns eine Karte bekommt, muss unterschreiben, dass er sie nicht weiterverkauft. Wenn er nicht dabei sein kann, muss er das Ticket zurückgeben“, sagt Uhlending. Borussia Dortmund geht gegen den Verkauf der Karten bei Online-Auktionsplattform ebay vor.
Vorbereitungen für das Endspiel
Die Vorbereitungen für die Tour zum Endspiel waren für den Fanclub-Chef stressig. Da bei den BVB-Anhängern bekannt ist, dass die Magic Goalgetter bei jedem Spiel dabei sind, gab es viele Anfragen nach Tickets und Mitfahrgelegenheit. „Es sind ein paar Tausend E-Mails gekommen. Viele wissen nicht, wie sie nach London kommen sollen“, sagt Uhlending.
Der Fanclub selbst bekam gerade noch Platz für einen Bus für die Fahrt durch den Eurotunnel. Und das, obwohl man direkt nach dem Finaleinzug des BVB mit der Organisation der Reise zum Endspiel begann. Am Samstag zum Frühstück will der Fanclub in der englischen Hauptstadt ankommen. Nach dem Spiel geht es dann direkt zurück nach Dortmund. „Zur Siegesfeier“, ist Uhlending optimistisch.